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17. Februar 2008: Sprengung des Volkswohlbund-Hochhauses
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Am Sonntag, dem 17. Februar 2008, wurde das Hochhaus des Volkswohlbunds an der Grafenhof-Kreuzung
mit großem Knall unter den Augen Tausender interessierter Bürger gesprengt. Dabei war das Gebäude gerade
einmal knapp 35 Jahre genutzt worden, bevor es wieder dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Der im Januar 1919 von dem Kaufmann Max Helbig gegründete Versicherungsverein "Volkswohl-Bund" hatte 1925
seine erste Bezirksdirektion in Dortmund eröffnet, 1951 wurde Dortmund Sitz der Hauptverwaltung der
Versicherungsgesellschaft, die ab 1953 "Volkswohl-Bund Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit" hieß. Am
12. März 1970 war der Baubeginn des Hochhauses an der Grafenhof-Kreuzung, 1973 der Einzug in das neue Gebäude
der Hauptverwaltung am Südwall.
Viele Dortmunder erinnern sich sicherlich an das große Thermometer aus Neonröhren, das an der Gebäudefassade
befestigt war. Bei der Fahrt aus dem Dortmunder Ortskern über die Hohe Straße südwärts konnte man so noch einen
Blick auf die aktuelle Temperatur werfen. Auf älteren Postkarten findet man dagegen an der Straßenecke der
Hohen Straße mit dem Südwall den Grafhof, das namensgebende Gebäude für die Grafenhof-Kreuzung.
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Nachdem der Gebäudekomplex mehrere Monate lang entkernt und schrittweise bereits zu Teilen abgetragen worden
war, stand für Sonntag, den 17. Februar 2008, die Sprengung des noch verbliebenen Korpus und insbesondere des
Aufzugturms an. Auf engstem Raum im dicht bebauten Dortmunder Stadtzentrum sollte also ein Hochhaus
kontrolliert zu Boden fallen.
Im Sperrgebiet um den Ort der Sprengung befanden sich nicht nur, wie sonst, zahlreiche zu evakuierende
Bewohner, sondern auch ein Knotenpunkt der Dortmunder U-Bahn "Stadtbahn", die Haltestelle Stadtgarten. Die
Tunnelröhren von der Haltestelle Stadtgarten zu den Haltestellen Saarlandstraße und Städtische Kliniken
verlaufen sogar unterhalb bzw. dicht neben dem Gebäude im Untergrund. So wurde nicht nur die Haltestelle
Stadtgarten gesperrt, sondern auch der U-Bahn-Betrieb zwischen den genannten Haltestellen für mehrere
Stunden eingestellt.
Eine weitere Problematik ergab sich durch Bomben aus dem zweiten Weltkrieg. Bereits bei den Abrißarbeiten
waren mehrfach Blindgänger gefunden worden. So stand die Befürchtung im Raum, daß durch die Wucht der
Sprengung noch im Boden liegende Weltkriegsbomben detonieren könnten.
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Bei sonnigem Wetter waren etliche Tausend Schaulustige gekommen, um den Fall dieses markanten Bauwerks
zu beobachten. Wenige Minuten nach 12 Uhr fiel das Gebäude innerhalb von wenigen Sekunden mit einem lauten
Knall in sich zusammen.
Nur von wenigen Stellen aus den Straßenschluchten des Dortmunder Stadtzentrums konnte man einen
gegenlichtfreien Blick auf die Sprengung erhalten. Die Aufnahmen unten zeigen den Blickwinkel vom
Hiltropwall.
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Trotz zahlreicher durch die Feuerwehr bereitgestellter Wasserschilde zog eine riesige Staubwolken vom
Ort der Sprengung in den Stadtgarten. So waren denn auch die Fahrzeuge der Straßenreinigung die ersten Kfz,
die in das Sperrgebiet vorgelassen wurden.
Es dauerte noch bis 14 Uhr, bis sich die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk sicher waren, daß keine
Detonationsgefahr durch eventuell vorhandene Bomben mehr bestand, und die Anwohner und Interessierten
die Reste des Hochhauses aus der Nähe betrachten durften.
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Deutlich sieht man auf der Aufnahmen oben und den Kopf des gefallenen Aufzugsschachtes mit der
markanten Leuchtreklame der Volkswohlbund-Versicherung, den zwei Kreisbögen.
Dieser massive Turm des Liftsystems wäre bei einem schrittweisen Abriß das größte Problem gewesen, für
die Sprengung dagegen war er offensichtlich ein leichtes Spiel.
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