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Die B236n resultiert noch aus alten Verkehrsplanungen der frühen Nachkriegszeit. Nachdem in den
1990er-Jahren zunächst die Straßenführung von der nördlichen Stadtgrenze bis Wambel,
dann weiter bis zum Westfalendamm (B1) und schließlich zur Jahrtausendwende
bis zur Schüruferstraße gebaut worden war, stand die Finanzierung des Weiterbaus durch Berghofen bis
zur südlichen Stadtgrenze in Frage.
Doch Berghofer Bürger und Politiker wurden nicht müde, den Weiterbau der B236n immer wieder als
Angelegenheit oberster Wichtigkeit zu proklamieren. Inzwischen haben Sie es geschafft, die notwendigen
finanziellen Mittel von Bund und Land zu erhalten.
Damit ist der Weiterbau der B236n in Berghofen ein schönes Beispiel dafür, wie Tatsachen zurechtgebogen
werden, wenn es um die Förderung des Kraftfahrzeugverkehrs geht.
Die hohe Verkehrsbelastung des Berghofer Ortskerns zu den Hauptverkehrszeiten wurden als das grundlegende
Argument angeführt, daß die B236n gebaut werden müsse. Es wurde so getan, als sei die Verkehrsbelastung
gottgegeben und nur eine Umgehungsstraße könnte den Verkehr im Ortskern reduzieren. Fast konnte man den
Eindruck erhalten, es seien böse Außerirdische, die mit Kraftfahrzeugen in Berghofen einfallen, um den
Berghofer Bürgern das Leben schwer zu machen.
Ich habe selbst jahrelang in Berghofen gewohnt. Wenn ich morgens an der Bushaltestelle "Berghofen Post"
(Photo rechts) stand, konnte ich sehen, daß die Kraftfahrzeuge, die in einer langen Karawane Richtung Hörde und Innenstadt
zogen, fast ausnahmslos Dortmunder Kennzeichen hatten. Aufgrund der Lage Berghofens im Dortmunder
Straßennetz resultiert daraus, daß diese nur aus Berghofen selbst oder aus der oberen Aplerbecker Mark
kommen können.
Es sind also die Bürger aus Berghofen und der Aplerbecker Mark selbst, die sich und ihren Nachbarn
dieses Verkehrschaos bereiten. Diejenigen, die laut schreien, daß sie den Autoverkehr nicht haben wollen,
sind gleichzeitig diejenigen, die ihn verursachen – Noch deutlicher kann sich eine verlogene und
hinterhältige Argumentation wohl kaum noch offenbaren.
Statt aber daraus die naheliegenden Konsequenzen zu ziehen und den Kraftfahrzeugverkehr unattraktiver
zu machen und den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, wird nun der Autoverkehr durch Weiterbau der B236n
massiv gefördert.
Vordergründig wird damit Verkehr aus dem Berghofer Ortskern heraus verlagert. Langfristig wird damit
die Attraktivität des Kraftfahrzeugverkehrs erheblich gesteigert, was zu höherem Fahrzeugbestand und
zusätzlichem Verkehr führt.
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