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Zugangsdaten zu Bildschirmtext
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Fast alle Nutzer, die einen Internet-Zugang über T-Online nutzen und die Historie von Bildschirmtext
nicht kennen, werden sich über die lange um umständlich anmutende Zugangskennung gewundert haben. Manche
Software (insbesondere in Routern) bringt die Kennung aufgrund ihrer extremen Länge auch schon mal
in arge Bedrängnis.
Doch die Historie des Bildschirmtext-System zeigt, daß diese lage Kennung nicht zum Ärgern der Kunden
erdacht wurde, sondern durch die technische Gestaltung des Systems Btx sinnvoll begründet ist. Denn im
System Bildschirmtext gab es nicht einfach nur die Kombination "Benutzername/Paßwort" für den einzelnen
Zugang, sondern vier Bestandteile:
Was bedeutet nun was? Betrachten wir dazu die einzelnen Komponenten im Folgenden einmal genauer. Zwar
beleuchte ich die Vergangenheit von Bildschirmtext, doch viele Angaben über Stellenzahl, Anfangsziffern
und Hintereinanderreihung von Nummern werden Ihnen vom heutigen T-Online-Zugang bekannt vorkommen, weil
sie noch heute so gültig sind.
Wenn Sie Kunde von T-Online sind, aber noch nie im klassischen Bildschirmtext-System waren, so
wählen Sie sich doch mal nach Btx ein! Bei vielen ISDN-Karten ist eine Btx-Software dabei (z.B. "Fritz!Btx").
Die noch bis Ende 2002 bestehende Rufnummer für den Btx-Zugang in Deutschland lautet 0194-3131. Ihre
Zugangsdaten sind in der Reihenfolge des Eingebens die unten wiedergegebenen Daten, die sie so auch für
die Internet-Einwahl verwenden.
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Der Anschluß
Als oberstes Sicherheitsmerkmal wurde bei Bildschirmtext bei jeder Einwahl der verwendete
Anschluß identifiziert. Da zum Zeiten der Konzeptionierung und Einführung von Btx das deutsche
Fernsprechnetz noch überwiegend mit mechanischer Technik (die entgegen dem landläufigen Sprachgebrauch
natürlich digital arbeitete) aufgebaut war und somit im Gegensatz zum heutigen elektronisch
vermittelten Fernsprechnetz die Nummer des rufenden Anschlusses nicht übermittelte, War als
"Anschluß" jedoch nicht der Fernsprechanschluß bezeichnet, von dem der Verbindungsaufbau erfolgte.
Vielmehr bezeichnete "Anschluß" das Bildschirmtext-Zugangsgerät. Für den Zugang zu Btx wurde
dem Kunden eine sogenannte Anschlußbox (mit dem technischen Namen DBT-03) bereitgestellt, ein kleiner
grauer Kasten, der zusätzlich zum Fernsprechapparat in den Telephonanschluß eingestöpselt wurde. Technisch
war dies ein Modem, das mit 1200 bit/s Daten empfangen und mit 75 bit/s Daten senden
konnte, jedoch hatte es statt des gewohnten RS232c-Anschlusses eine runde DIN-Buchse, es wählte
ausschließlich die fest eingestellte Rufnummer des Btx-Dienstes an und es übertrug nach erfolgtem
Verbindungsaufbau ein fest eingestellte individuelle Kennung.
Über diese in der Anschlußbox fest eingebauten Kennung wurde der Btx-Anschluß eindeutig
identifiziert. Die Anschlußkennung war somit ähnlich der Anschlußkennung bei Telex-Geräten (Fernschreibern)
gegen Manipulation gesichert. In der Standardkonfiguration konnten Btx-Teilnehmer das Btx-System
nur vom dem Anshluß aus nutzen, für den sie angemeldet waren (Mehr dazu auf der Seite
"Anschluß- und Teilnehmerfreizügigkeit").
Ende der 1980er-Jahre kam das Bedürfnis auf, auch unabhängig von der durch die Bundespost
bereitgestellten Anschlußbox und insbesondere mit höheren Geschwidigkeiten auf Bildschirmtext
zuzugreifen. Hierzu wurde das Konzept des nicht fälschbaren und nicht duplizierbaren Anschlusses
aufgegeben. Statt dessen gab die Deutsche Bundespost auf Wunsch nun auch sogenannte Software-Kennungen
aus. Dies waren zwölfstellige Zahlen (typischerweise mit drei Nullen beginnend). Ein Nutzer, der
eine Softwarekennung beantragt hatte, verwendete also nicht mehr die Anschlußbox "DBT-03" mit
der eingebauten Kennung, sondern wählte sich über ein handelsübliches Modem oder eine ISDN-Leitung
nach Bildschirmtext ein und identifizierte seinen Anschluß mit der zwölfstelligen Software-Kennung,
die also das Paßwort für die Identifizierung des Anschlusses war.
Die in den Anschlußboxen "DBT-03" fest eingebauten Kennungen wurden konsequenterweise dann
als Hardware-Kennung bezeichnet.
Ergänzend ist noch zu sagen, daß die geheime Kennung des Anschlusses, egal, ob Hardware- oder
Softwarekennung, dem Benutzer nirgends im Bildschirmtext-System angezeigt wurde. Sofern auf bestimmten
Systemseiten der benutzte Anschluß angezeigt wurde (z.B. bei der Einstellung der
Anschlußfreizügigkeit), geschah diese
Anzeige symbolhaft durch die Teilnehmernummer des Anschlußinhabers plus
dem fiktiven Mitbenutzerzusatz 0000 (vier Nullen).
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Der Teilnehmer
Im Gegensatz zum Anschluß war die Teilnehmernummer kein geheimes Paßwort, sondern eine den
Nutzer identifizierende Nummer, die er Kommunikationspartnern bekanntgeben konnte und sollte,
ähnlich wie heutzutage eine E-Mail-Adresse. Die Teilnehmernummer war identisch mit der Nummer
des Telephonanschlusses, über dessen Rechnung der Btx-Zugang abgerechnet wurde. Bei mir lautete
(und lautet sie auch heute in T-Online noch) die Teilnehmernummer deshalb 0231482266.
Die Teilnehmernummer begann also typischweise mit der Ziffer 0, dies war aber nicht zwingend.
öffentlich aufgestellte Btx-Terminals bekamen eine Anschlußnummer, die ebenfalls eine lokale
Telephonnummer waren, wo man aber die Anfangs-Null der Ortsnetzkennzahl gegen die Ziffer Neun
ausgetauscht hatte. Außerdem gab es Teilnehmernummer von Bundespost-Dienststellen, die mit der
Ziffern Eins begannen.
Auch ausländische Nutzer konnten sich für das deutsche Bildschirmtext-System anmelden: Sie
erhielten als Teilnehmernummer eine mit Doppel-Null plus internationaler Landeskennung
beginnende Nummer, die aber in ihrer weiteren 'Ziffernfolge nichts mit der jeweiligen ausländischen
Telephionnummer zu tun hatte, sondern willkührlich gewählt war.
Erst in den späten 1990er-Jahren gingen die Deutsche Bundespost bzw. die Nachfolgeunternehmen
Deutsche Telekom AG und T-Online International AG dazu über, Teilnehmernummern zu vergeben, die
keinen Zusammenhang mit der Nummer des Telephonanschlusses haben. Heutzutage vergebene
Teilnehmernummer beginnen häufig mit den Ziffern Drei oder Fünf.
Die Teilnehmernummer konnte maximal 12 Stellen lang sein, meistens war sie um einige Stellen
kürzer. Bei entsprechenden Eingabefeldern im Bildschirmtext-System mussten Teilnehmernummern
mit weniger als 12 Stellen mit der Taste # ("Raute") abgeschlossen werden, um das Ende der
Nummer anzuzeigen, während man bei Nummern, die exakt 12 Stellen lang waren, die Raute nicht
drücken durfte, da Btx das Ende der Nummer bereits von selbst erkannte.
Aus der Schilderung wird klar: Die Teilnehmernummer ist also das, was man heuzutage in
Komputersystemen als "Benutzerkennung" (oder neudeutsch "Username") bezeichnen würde. Zur Sicherheit
war die Teilnehmernummer außerdem fest mit dem Anschluß verknüpft. Beim
Zugang zu Bildschirmtext bekam der Kunde seine Teilnehmernummer bereits angezeigt und musste sie
nur noch bestätigen, aber nicht mehr explizit eintippen.
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Der Mitbenutzer
Meine obige Schilderung der Teilnehmernummer tut so, als gäbe es pro
Btx-Anschluß immer nur einen Nutzer. Tatsächlich sollte aber Bildschirmtext
nicht nur von einem Haushaltsmitglied, sondern von der ganzen Familie genutzt werden. Dies hieß,
jedes Familienmitglied sollte unter dem eigenen Namen Bildschirmtext nutzen können und unter diesem
Namen elektronische Post versenden und empfangen können.
Hierfür gab es das Konzept der Mitbenutzernummern: Die Teilnehmernummer
alleine war noch keine Benutzerkennung, sondern erst in Kombination mit einem bis zu vier
Ziffern langen Mitbenutzerzusatz. Der Hauptbenutzer hatte den Mitbenutzerzusatz 0001, unter
den Nummern 0002 bis 9999 konnte er maximal 9998 weitere Zugänge einrichten für Personen, die vom
gleichen Anschluß unter der gleichen Teilnehmernummer,
aber mit abweichendem Mitbenutzerzusatz auf das System zugreifen können sollten.
Bei der Benutzung des Bildschirmtext-Systems war die Mitbenutzernummer ein zusätzliches
Eingabefeld hinter der Teilnehmernummer. Bei der Eingabe konnten führende Nullen weggelassen
werden. Wurde eine Mitbenutzernummer mit weniger als vier Ziffern eingegeben, so musste die
Eingabe mit der Taste # ("Raute") beendet werden. Bei Eingabe von genau vier Ziffern durfte
die Raute dagegen nicht gedrückt werden, da Bildschirmtext das Ende der Nummer bereits von selbst
erkannte.
Bei Publikationen der Btx-Nummer wurde zwischen Teilnehmernummer und Mitbenutzerzusatz
meist ein Bindestrich geschrieben. Denn zur Adressierung eines Btx-Teilnehmers (zum Bespiel
zum Versenden von elektronischer Post) waren beide Angaben erforderlich. Sie durften aber auch
nicht einfach hintereinandergehängt werden, sondern mussten in zwei getrennte Eingabefelder
eingetragen werden.
So wurden also meine Teilnehmernummer mit Mitbenutzerzusatz syntaktisch korrekt geschrieben
in der Form 0231482266-0001.
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Das Kennwort
Wie bei nahezu jedem Zugang zu elektronischen Systemen gab es auch bei Bildschirmtext ein
vom Benutzer selbst wählbares geheimes Kennwort (neudeutsch "Paßwort"). Dieses musste mindestens
vier Zeichen lang und durfte maximal acht Zeichen lang sein. Und sie ahnen es bereits: Wenn
das Kennwort kürzer als acht Stellen war, musste die Eingabe des Kennworts mit der Taste # ("Raute")
abgeschlossen werden.
Korrekterweise muß ich eigentlich von "persönliches Kennwort" sprechen. Denn im Bildschirmtext-System
gab es für spezielle Bereiche weitere Paßwörter. Zur Unterscheidung wurde das beim Zugang zu
benutzende Paßwort deshalb in allen Anleitungen als "persönliches Kennwort" bezeichnet. Außerdem
hatte natürlich jeder Mitbenutzer sein eigenes persönliches Kennwort.
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- Nachdem Sie nun wissen, wie die Zugangsdaten von Bildschirmtext aufgebaut waren (und
auch heute die Zugangsdaten von T-Online noch aufgebaut sind), lesen Sie jetzt folgenden weiterführenden
Artikel: "Anschluß- und Teilnehmerfreizügigkeit"
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