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In den 1990er-Jahren war die Aufmerksamkeit gegenüber HIV und AIDS größer. Damals war die Dortmunder
AIDS-Hilfe wesentlich stärker in den Medien präsent, um z.B. die Beratungshotline (0231) 19411 bekannt zu machen.
Zum Welt-AIDS-Tag engagiert haben sich damals auch
die Dortmunder Stadtwerke durch ein Infocafé im Foyer des Bahnhofs Stadtgarten. So ist es natürlich auch kein
Zufall, daß die Steininstallation von Tom Fecht vor genau diesem U-Bahnhof angelegt wurde.
Zum Welt-AIDS-Tag im Jahr 1996 gab es in Dortmund sogar eine offenen Konfrontation zwischen
AIDS-Aktivisten und AIDS-Skeptikern. Die Dortmunder AIDS-Hilfe e.V., verschiedene Gruppen in
derem Umfeld und der AStA der Universität Dortmund hatten in Kooperation mit dem Dortmunder Gesundheitsamt
eine umfangreiche Veranstaltungsreihe zum Thema AIDS vorbereitet.
Gleichzeitig gab es aber auch eine aktive Anhängerschaft des AIDS-Kritikers Prof. Dr. Peter Duesberg.
Professor Dr. Peter Duesberg ist Mitarbeiter im wissenschaftlichen Labor der Universitätsklinik
Heidelberg (genauer: III. Medizinische Universitätsklinik, Klinikum Mannheim, Universität Heidelberg).
Er glaubt nicht an die Existenz des AIDS-Erregers HIV und kann seine Zweifel aufgrund seiner
medizinischen Fachkenntnis schlüssig darlegen. Er führt dabei insbesondere an, daß es bisher keinen
definitiven Beweis für die Existenz von HIV gibt, sondern lediglich Indizien. Um zu beweisen, daß eine
biologische Zelle, die man im Elektronenmikroskop beobachtet, tatsächlich der gesuchte Krankheitserreger
ist, müsste man ihre Funktionsweise, also ihren DNS-Strang, wie eine komplexe Software analysieren. so etwas
gelingt der Wissenschaft bisher nur in Ansätzen.
Prof. Dr. Duesberg kann außerdem anhand der Historie der AIDS-Forschung glaubhaft darlegen, wie
aufgrund des Erfolgsdrucks der AIDS-Forschung nach Entdeckung dieser Krankheit in den 1980er-Jahren
bereits vage Vermutungen von Forschern als Resultate gefeiert und auf ihren Basis weitergearbeitet wurde.
Und er kann auch etliche Widersprüche in den Aussagen der AIDS-Forschung, der Pharmakonzerne und der
AIDS-Hilfe-Gruppen aufzeigen.
Was die Krankheit AIDS verursacht, wenn nicht das Virus HIV, weiß Prof. Dr. Peter Duesberg auch nicht
definiv zu sagen. Dies ist aber auch nicht verwunderlich, denn es gibt keine öffentlichen Gelder für
AIDS-Forschung außerdem der eingefahrenen Bahnen. Prof. Dr. Duesberg vermutet, daß AIDS gar keine in
sich homogene Krankheit, sondern eine Sammlung verschiedener Krankheiten ist, die auf Umwelteinflüsse
und chemische Substanzen zurückzuführen sind. Eine der Kandidaten, die laut Herrn Duesberg als
potentielle Krankheitserreger infrage kommen, ist die in schwulen Kreisen beliebte Modedroge Poppers.
Die Annahme des Virus HIV als Krankheitserregers ist sicherlich plausibel, um die Krankheit AIDS
zu erklären. Doch zeigt die Geschichte der Menschheit, daß scheinbar unumstößliche Annahmen eines
Tages vielleicht doch komplett revidiert werden müssen: Weil man die Gesetze der Massenanziehung (Gravitation)
nicht kannte, ging man früher davon aus, daß die Erde zwingend eine Scheibe sein müsse und es in der Welt
ein definiertes "oben" und "unten" gäbe. Weil man die Gesetze des Luftdrucks nicht kannte aber sehr wohl
deren Auswirkungen wahrnahm, kam man zu dem logischen Schluß, die Natur habe eine Furcht vor der Leere ("Horror Vakui").
Die wohl noch heute am besten nachvollziehbare falsche Annahme der Wissenschaft ist der Glaube an die
Existenz des "Äthers": Noch vor zwei Jahrhunderten war die
einzige Erklärung für die Phänomene des Lichts und anderer elektromagnetischer Wellen die Annahme einer
Trägersubstanz "Äther". Noch heute sprechen wir bei Runkfunksendungen davon, daß etwas "über den Äther geht".
Es war ein langsamer Prozeß in der Wissenschaft, als Faktum zu akzeptieren, daß es keinen "Äther" gibt
und elektromagnetische Wellen eine materie-unabhängige Erscheinung sind. Auf dieser Erkenntnis basierte
schließlich die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein.
So kann es durchaus sein, daß eines Tages akzeptiert werden muß, daß es den Virus HIV gar nicht gibt
und AIDS etwas ganz anderes ist als man bislang bewiesen glaubte.
Doch was bedeutet dies für den einzelnen Menschen? Daß Prof. Dr. Peter Duesberg fordert, die AIDS-Forschung
ergebnisoffen zu betreiben und insbesondere auch Forschungsprojekte zu unterstützen, die von der
Nicht-Existenz des Virus HIV ausgehen, ist sicherlich vernüftig. Denn generell sollte man in der Forschung
stets in alle möglichen Richtungen schaun und keinen Weg unversucht lassen, um zu einem Ergebnis zu kommen.
Doch für den Durchschnittsbürger ist das eher ein akademischer Streit. Ihn interessiert, wie er sich hier und jetzt
gegen AIDS-Erkrankungen schützen kann oder was er tun soll, wenn er positiv auf HIV getestet wurde.
In diesem praktischen Fragen sind interessanterweise die Aussagen von AIDS-Hilfen und HIV-Skeptikern wieder
ziemlich ähnlich: So empfehlen alle die Befolgung sicherer Sexualpraktiken, z.B. die Verwendung von Kondomen
beim Geschlechtsverkehr. Die einen, weil sie damit die Übertragung des Virus HIV verhindern wollen. Die anderen,
weil sie damit die Übertragung anderer Infektionen, die ihrer Meinung nach das Krankheitsbild AIDS bilden,
einschränken wollen.
Auch im Punkto "HIV-Test" unterscheiden sich die Meinungen nicht wesentlich: Niemand empfielt ernsthaft,
sich in regelmäßigen Abständen testen zu lassen. Einen HIV-Test sollte man nur dann machen, wenn es
wichtige Gründe dafür gibt und wenn man weiß, wie man mit einem positiven Ergebnis umgehen wird und was sich
dadurch ändern wird (wenn sich nichts ändern wird, warum macht man dann den Test überhaupt?). Deshalb
muß ein HIV-Test auch immer mit einer ausführlichen Beratung verknüpft sein.
Unumstritten ist auch, daß die Gegenmittel, die derzeit zur AIDS-Behandlung benutzt werden (AZT und andere
Chemie-Cocktails), eigentlich starke Gifte sind. So wird auch niemand dazu gezwungen, diese Mittel zu
nutzen, sondern kann selbst entscheiden, wie er vorgehen möchte. Wir können uns glücklich schätzen, daß wir
in der Bundesrepublik Deutschland leben und nicht in den USA. Denn hier haben wir ein Gesundheitssystem, auf
das wir zu Recht stolz sein können: Es erlaubt jedem unabhängig von seinem Einkommen, wegen Erkrankungen
zum Arzt zu gehen und sich ausführlich beraten zu lassen. In den USA müssen ärztliche Behandlungen bezahlt
werden. HIV-positive, die kein Geld für Arztbesuche haben, sehen sich deshalb häufig dazu veranlaßt, als
Testpersonen bei den Forschungsprojekten von Pharmakonzernen teilzunehmen. Sie suchen dann Ärzte auf, die
sich nicht der Gesundheit ihrer Patienten verpflichtet fühlen, sondern den Profitinteressen von Großkonzernen.
Dies ist zum Glück in Deutschland nicht so und wir sollten als Staatsbürger auch alles dafür tun, daß das
soziale Netz und die allgemeine medizinische Versorgung dauerhaft gesichert bleibt. Jeder bekommt unabhängig
von seinen finanziellen Möglichkeiten die gleiche medizinische Versorgung und Zugang zu Medikamenten. Jeder
kann also selbst entscheiden, wie weit er beim Einsatz von Medikamenten gehen möchte und kann dies frei
mit seinem Arzt besprechen.
Nicht nur bei AIDS, auch bei anderen Krankheiten ist es letztlich eine individuelle Entscheidung, welche
Medikamente man einnimmt und welche Behandlungen man ablehnt. Es gibt Menschen, die begierig jedes Medikament
annehmen, das man ihnen anbietet. Und es gibt Menschen, die grundsätzlich jegliche Pharmachemie ablehnen und
ausschließlich auf gesunde Ernährung setzen. Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo dazwischen - wo sie genau
liegt, muß jeder für sich selbst entscheiden.
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