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Entsprechend urteilen die Richter auch bei Werbung durch Telephonanrufe. Wenn der Angerufene nicht vorher
explizit sein Einverständnis gegeben hat, Anrufe zu erhalten, so stellt ein Werbeanruf einen unzulässigen
Eingriff in seinen Privatbereich dar. Im Gegensatz zu zeitversetzter Kommunikation per Brief oder E-Mail
unterbricht ein Telephonanruf die Aktivitäten des Angerufenen unmittelbar.
Werbung mit Hilfe des Handy-Mitteilungsdienstes SMS belegt beim Empfänger den ohnehin knappen Speicher
auf der Telephonkarte. Werbung per E-Mail verbraucht zum Abruf kostenpflichtige Online-Zeit oder Transfervolumen.
Aus diesen Gründen sind auch diese Werbeformen ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung des Empfängers untersagt.
Eine kleine Sammlung von entsprechenden Gerichtsentscheidungen hat der Rechtsanwalt Dr. Stephan Ackermann auf
seiner Webseite http://www.dr-ackermann.de/spam/ aufgelistet.
Das Problem für den Adressaten illegaler Werbung ist allerdings, daß es dabei nicht um ein Offizialdelikt,
noch nicht einmal um eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit handelt. Kein Staatsanwalt ermittelt wegen
verbotener Werbezusendung und kein Polizist geht zu den Verursachern der Werbeflut in unseren E-Mail-Postfächern
und verhaftet diese.
Der einzelne Empfänger kann vor Gericht ziehen und in einem zivilrechtlichen Verfahren auf Unterlassung klagen.
Vorausgesetzt, er gewinnt das Verfahren, so muß die Gegenseite (also der auf Unterlassung verurteilte
Werbetreibende) die weitere Zusendung von Werbung an diese eine Person unterlassen und außerdem die Kosten
des Verfahrens tragen. Einen Schadenersatz bekommt man aber nicht deraus. Denn die Kosten für
das Papier eines einzelnen Faxes, die Speicherung einer einzelnen Handy-Nachricht oder den Abruf einer Mail
lassen sich nur in Bruchteilen von Pfennigen bzw. Cents ausdrücken. Man hat somit also eine Menge Zeitaufwand
für eine Klage vor Gericht, dazu die Unsicherheit, daß der Richter die Sachlage doch anders sehen könnte, und
am Ende kommt nichts wirklich Brauchbares heraus.
Denn das Problem ist ja nicht das einzelne Fax oder die einzelne E-Mail, die eintrifft. Sondern das Problem
besteht in der großen Menge an Werbung, die Tag für Tag auf uns einströmt und mühsam aussortiert werden muß.
Gerade in der E-Mail-Kommunikation ist unverlangte Werbung, sogenannter Spam, in den letzten Jahren zu einem
immer größeren Problem für nahezu alle Teilnehmer geworden.
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