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Pumpwerk "Evinger Bach"
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Mit Einzug der Industrialisierung im Ruhrgebiet wurde die Ruhr als Trinkwasserspender genutzt, während die ehemals
fischreiche Emscher zum Abwasserkanal der gesamten Ruhrwirtschaft mutierte.
Am 14. Dezember 1899, also vor mittlerweile weit mehr als hundert Jahren, wurde von den Städten und Kommunen des
Ruhrgebiets unter Beteiligung wichtiger Industrieverbände (insbesondere aus dem Bergbau)
die Emschergenossenschaft gegründet, um darin die Aufgaben des Emscherausbaus, des Hochwasserschutzes und des
Betriebes der notwendigen technischen Anlagen zentral zu erledigen.
Zum Verantwortungsbereich der Emschergenossenschaft
gehört nicht nur die Emscher selbst, sondern gehören auch die zahlreichen Nebenläufe, deren Wasser in die Emscher
fließt und die größtenteils ebenfalls zur Abwasserentsorgung genutzt wurden und werden.
Einer dieser Nebenläufe ist der Evinger Bach, der am Fredenbaum in den Aalbach und als Aalbach schließlich bei Deusen
in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals in die Emscher mündet. Vom Evinger Bach ist als Fredenbaum allerdings heute nicht
mehr viel zu sehen. Bei Eving fließt der Evinger Bach noch als offener Bachlauf östlich am Nordfriedhof vorbei, durchquert
dann das Industriegebiet an der Dammstraße und verschwindet schließlich im Gewerbegebiet Raveike in einem
unterirdischen Kanal.
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Aufgrund von Bergsenkungen (Absenkungen des Geländeniveaus aufgrund von Bergwerken) floß bereits ab etwa 1920
der Evinger Bach nicht mehr richtig ab. In den 30er-Jahren wurden schließlich mehrere Behelfspumpwerke eingerichtet,
um für einen Abfluß des Evinger Bachs zu sorgen und Überschwemmungen mit dem schmutzigen Wasser zu vermeiden.
Im Jahr 1951 das Baugenehmigungsverfahren für den Bau eines Pumpwerks am Fredenbaumpark ein. Bereits im Jahr zuvor
war die Baustelle eingerichtet worden, da der Bau dieses Pumpwerks dringend geboten war. 1953 wurde das Pumpwerk
fertiggestellt und in Betrieb genommen.
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Die auf obigen Photo wiedergegebene Darstellung, die im Eingangsbereich des Gebäudes ausgestellt ist, verdeutlicht
die Arbeitsweise des Pumpwerks. Bei niedriger Wasserführung gelangt das Wasser des Evinger Bachs, der hier in einem
aus Spundwänden hergestellten unterirdischen Kanal geführt ist, nur zwei der insgesamt neun Pumpen. Erst bei
Mittelwasser, Hochwasser oder Höchstwasser werden dann kaskadenartig die weiteren Pumpen zusätzlich benötigt.
Die Unterkante des Zulaufs befindet sich bei einer Höhe von 55,64 Meter über NN., der Evinger Bach wird von dort auf
eine Höhe von 66,75 Meter gepumpt. Das Erdgeschoß des Gebäudes liegt bei einer Höhe von 70,30 Metern. Auf dem breiten
Bild unten sehen Sie den Blick vom Erdgeschoß herunter zum Pumpensystem.
Die dargestellte Situation gibt den Zustand zum Zeitpunkt der Fertigstellung wieder, die heutige Ausstattung
ist aber ähnlich. Die beiden Pumpen für Niedrigwasser arbeiten an
Rohren mit einer Nennweite von 400mm und können jeweils 500 Liter pro Sekunde pumpen, für Mittelwasser stehen
vier Pumpen an Rohren der Nennweite 700mm und einer Leistung von jeweils 1700 Litern pro Sekunde zur Verfügung.
Für Hochwasser stehen eine Pumpe und für Höchstwasser weitere zwei Pumpen zur Verfügung, die jeweils an
einem Rohr von 900mm eine Pumpleistung von 2000 Litern pro Sekunde erbringen können. Somit wird bei Grundlast
rund 1000 Liter pro Sekunde gepumpt, während bei starken Regenwetter die maximale Leistung von 13.800 Litern
pro Sekunde erreicht werden kann.
Das hochgepumpte Wasser läuft dann weiter unterirdisch in Druckrohrleitungen etwa 600 Meter durch den
Fredenbaumpark. Erst die Mündung des Evinger Bachs in den Aalbach ist wieder oberirdisch, diese befindet im
südöstlichen Bereich von Fredenbaum und Westerholz östlich der Kleingartenanlage Hobertsburg.
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In der ursprünglichen Bauweise standen die Pumpenmotoren im Erdgeschoß, um bei Wartungsarbeiten leichter
erreichbar zu sein. Im aktuellen Ausbaustand dagegen sind die Pumpen im Untergeschoß montiert. Die besonders
tragfähigen Bereiche des Erdgeschosses sind auf dem Fußboden speziell ausgewiesen (Bild oben rechts).
Der Größenvergleich mit den Menschen auf dem Bild unten schafft ein Gefühl für die eindruckvollen
Dimensionen der Rohrleitungen, Pumpen, Klappen und Schieber, die sich hier im Gebäude befinden.
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Der Architekt Schildhauer gestaltete das Pumpwerk bewußt nicht unauffällig, sondern setzte es als
markantes Gebäude an den Eingang des Fredenbaumparks. Zwischen dem Gebäude und der Münsterstraße wurde
Erdreich abgetragen, um die sichtbare Fassadenhöhe von 8,50 Meter auf 12 Meter zu erhöhen.
Die Emschergenossenschaft hat außerdem bei der letzten Renovierung der Bedeutung des Gebäudes durch
Kunst am Bau Rechnung getragen. Im Eingangsbereich des Gebäudes "fließt" eine blaue Spur, die das
wichtige Element Wasser repräsentiert, die Wand entlang über den Fußboden nach draußen.
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