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[U] Willem-van-Vloten-Straße


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Die Willem-van-Vloten-Straße und damit auch die nach dieser Straße benannte U-Bahn-Station befindet sich im Norden von Dortmund-Hörde, einer bis 1928 eigenständigen Stadt, die mit zwei Hüttenwerken ein wesentlicher Industriestandort in der Region war.

Willem-van-Vloten war ein niederländischer Ingenieur, der 1893 als Leiter des Hochofenbetriebs beim "Hoerder Bergwerks- und Hüttenverein" eingestellt wurde und schnell zum technischen Direktor emporstieg, was er auch beim späteren Phoenix-Werk bis zu seiner Pensionierung 1917 blieb.

Die Willem-van-Vloten-Straße bekam diesen Namen im Juli 1936, die gleichnamige U-Bahn-Station wurde etwa 50 Jahre später im August 1986 eröffnet.

Sie kann eigentlich schon als kleines Museum für die Eisen- und Stahlindustrie angesehen werden.

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Verschiedene Texttafeln erläutern das Leben Willem-van-Vlotens und die Geschichte der Stahlerzeugung in Hörde.

Außerdem sind entlang der Seitenwände verschiedene großformatige Bilder aufgehängt, die die Entwicklung der Hörder Hochofenwerke eindrucksvoll illustrieren.

Bemerkenswert ist, daß man den Namen Willem-van-Vloten sonst nirgends findet. Weder in Hörder Geschichtsdokumentationen noch in alten Festschriften zu Jubiläen der Hörder Hüttenwerke wird dieser Ingenieur erwähnt. Vermutlich liegt dies daran, daß Willem-van-Vloten zwar in technischen Dingen ein kluger Kopf war und sogar zahlreiche Patente angemeldet hat, er jedoch nie zu denjenigen gehörte, die die kaufmännischen Geschicke der Hörder Hochöfen planten und lenkten.

Noch heute ist es so, daß bei Darstellungen von Unternehmen meist nur die kaufmännischen Geschäftsführer im Vordergrund stehen und nicht diejenigen, die durch technisches Know-How und schlaue Verbesserungen die Firma voranbringen.

So ist die U-Bahn-Station heute die einzige öffentliche zugängliche Dokumentation über das Leben und das technische Wirken Willem-van-Vlotens.

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Zur Unterstreichung der technischen Thematik sind die Wände bewußt in ihrer nackten Betonausführung belassen worden.

Nachdem der Bahnhof am 24.08.1986 eröffnet worden war, hagelte es allerdings Proteste aus der Bevölkerung. Denn er war zusätzlich zu seiner nüchternen Gestaltung auch in dezente (d.h. dunkle) Beleuchtung getaucht worden, was bei den Fahrgästen allerdings weniger Bewunderung als vielmehr Ängste auslöste.

Schließlich beugten sich die Dortmunder Stadtwerke dem öffentlichen Druck und rüsteten die heute vorhandene stärkere Beleuchtung nach.

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Nicht nur der Bahnsteig, sondern auch die Zugänge zum Bahnhof sind Ausstellungräume zur Geschichte der Stahlproduktion in Hörde.

In den beiden Zugängen sind Exponate zum technischen Vorgang der Stahlerzeugung ausgestellt und durch Texttafeln beschrieben. Im südlichen Zugang beispielsweise wird anhand einer aufgeschnittenen Sauerstofflanze die Veredelung von Roheisen zu Stahl erläutert.

Deshalb sollte der Bahnhof Willem-van-Vloten-Straße bei keinem Dortmund-Besuch ausgelassen werden - immerhin ist die Besichtigung kostenlos.

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Beim Aufzug (Bilder rechts) wird dann allerdings auch wieder deutlich, daß die Dortmunder Stadtwerke zwar viel von guten Design verstehen, aber nicht in der Lage sind, einen für alle Fahrgäste benutzbaren Nahverkehr anzubieten. Während es mehrere Treppenaufgänge zu den verschiedenen Bushaltestellen gibt, ist der einzige vorhandene Aufzug weit von diesen Punkten entfernt.

Obwohl die Linienbusse in Höhe der Straße "Lange Hecke" (nördlich des U-Bahnhofs) halten, führt der Ausgang des Lifts Richtung Süden zur Willem-van-Vloten-Straße auf die Mittelinsel der dortigen Kreuzung mit der Semerteichstraße.

Wer mit dem Aufzug nach oben fährt, findet keinerlei brauchbare Wegweisung zu den einzelnen Bushaltestellen. Der Ortskundige ärgert sich, daß er anstelle des direkten Weges erhebliche Umwege in Kauf nehmen muß, weil der Ausgang des Fahrstuhls zu einer von den Bushaltestellen weit entfernten Ampelanlage führt. Der Ortsfremde, der den Fahrstuhl benutzt, wird vermutlich bei der Suche verzweifeln und sich ein Taxi rufen müssen.

Bild unten: Die Piktogramme auf dem Wegweiser auf dem Bahnsteig machen es deutlich: Die Busse halten am Nordausgang des Bahnhofs, der Fahrstuhl befindet sich dagegen am Südausgang.

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U-Bahnhof Scharnhorst Zentrum

Ausbauplanung des Straßenbahnnetzes 1965
 



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